Amelio Trio, Klaviertrio
Preisträger DMW 2024
Johanna Schubert, Violine
Merle Geißler, Violoncello
Philipp Kirchner, Klavier
Dynamisch, ausdrucksstark, begeisternd!
„Obwohl alle drei ihre individuelle Persönlichkeit zeigten, reagierten sie im Trio hellwach aufeinander und erzielten so eine elektrisierende Interpretation, bei der man in jeder Sekunde aufmerksam war.”
Kaum treffender lässt sich das Amelio Trio beschreiben als in dieser Rezension der Süddeutschen Zeitung.
Den Beginn seiner wachsenden internationalen Karriere markieren bedeutende Wettbewerbserfolge in den vergangenen Jahren, darunter der 2. Preis des ARD Musikwettbewerbs 2023 sowie der Preis des Deutschen Musikwettbewerbs 2024. Für die Saison 2026/27 wurde das Amelio Trio zum ECHO Rising Star der European Concert Hall Organisation ernannt, nominiert von der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Barbican Centre London und der Philharmonie du Luxembourg - verbunden mit einer Tournee durch viele der renommiertesten Konzerthäuser Europas. Darüber hinaus wurde es unter anderem mit dem 1. Preis des Internationalen Schumann Kammermusikpreises 2022, dem Kammermusikpreis Hasselburg 2024 sowie dem Hans Gál-Ensemble-Preis 2025 der Villa Musica Rheinland-Pfalz und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz ausgezeichnet.
Alles begann mit der gemeinsamen Teilnahme am Wettbewerb Jugend musiziert im Jahr 2012. Damals waren Johanna Schubert, Merle Geißler und Philipp Kirchner gerade einmal 13 Jahre alt. Heute spielen sie seit mehr als der Hälfte ihres Lebens zusammen und begeistern in ihren Konzerten mit traumwandlerischem Zusammenspiel, stilistischer Vielfalt und einer unverwechselbaren musikalischen Energie – das Ergebnis einer tiefen, über viele Jahre gewachsenen Verbundenheit.
Konzertreisen führen das Amelio Trio durch ganz Deutschland und das europäische Ausland, etwa in die Wigmore Hall London, die Alte Oper Frankfurt, das Prinzregententheater München, die Elbphilharmonie und die Laeiszhalle Hamburg. Für die Saison 2026/27 stehen unter anderem Debüts im Musikverein Wien und im Concertgebouw Amsterdam an. Neben dem klassisch-romantischen Repertoire präsentieren sie mit großer Leidenschaft stets auch zeitgenössische Musik in ihren Programmen. So gibt das Trio regelmäßig Werke in Auftrag oder spielt Uraufführungen von KomponistInnen wie Helena Winkelman, Johannes X. Schachtner, Birke Bertelsmeier oder Tsotne Zedginidze und trägt somit aktiv zur langfristigen Bereicherung des Klaviertriorepertoires bei. Dabei sind sie fortwährend auf der Suche nach vielseitigen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Besetzung und ihrem ganz persönlichen Zugang zu den Werken.
Im September 2025 erschien ihre Debüt CD „Time in Flux“ beim Leipziger Label GENUIN in Zusammenarbeit mit Deutschlandfunk Kultur mit Werken von Ives, Beethoven, Mamlok, Brahms und Bertelsmeier. Ihre zweite CD wird im Herbst 2026 beim Label Hänssler Classic erscheinen.
Die Mitglieder des Ensembles werden großzügig durch Stipendien der Deutschen Stiftung Musikleben, der Deutschen Orchester-Stiftung und des Cusanuswerks gefördert. Johanna und Merle spielen auf alten italienischen Instrumenten, die ihnen großzügigerweise als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden. Johanna spielt auf einer Geige von Lorenzo Storioni (Cremona 1779) aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds, Merle auf einem namenhaften italienischen Cello aus privater Hand.
Bilder zum Download
(Zur Verwendung bei Preisträgerkonzerten)
Repertoire / Programmvorschläge
Repertoire
Klaviertrios
Joseph Haydn
Klaviertrio C-Dur, Hob. XV:21
Klaviertrio E-Dur, Hob. XV:28
Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV:29
Wolfgang Amadeus Mozart
Klaviertrio B-Dur, KV 502
Klaviertrio C-Dur, KV 548
Ludwig van Beethoven
Klaviertrio c-Moll, Op. 1,3
Klaviertrio D-Dur, Op. 70,1 „Geistertrio“
„Allegretto“ für Klaviertrio, WoO 39 - 2025
Franz Schubert
Klaviertrio B-Dur, Op. 99 (D 898)
Sonatensatz B-Dur, D 28 – ab 2025
Felix Mendelssohn Bartholdy
Klaviertrio d-Moll, Op. 49
Klaviertrio c-Moll, Op. 66
Bedřich Smetana
Klaviertrio g-Moll, Op. 15
Johannes Brahms
Klaviertrio H-Dur, Op. 8 (Spätfassung)
Klaviertrio C-Dur, Op. 87
Antonín Dvořák
Klaviertrio f-Moll, Op. 65 – ab 2025
Sergej Rachmaninow
Trio Élégiaque Nr. 1 g-Moll
Charles Ives
Klaviertrio
Rebecca Clarke
Klaviertrio
Lili Boulanger
Deux pièces en trio: D'un matin de printemps
D'un soir triste
Dimitri Schostakowitsch
Klaviertrio c-Moll, Op. 8
Hans Werner Henze
Kammersonate (1948)
Ursula Mamlok
Panta Rhei (1981) – ab 2025
Wolfgang Rihm
Fremde Szene III (1983/84)
Gerhard Müller-Hornbach
Klaviertrio (1978)
Younghi Pagh-Paan
Silbersaiten (2002)
Johannes Maria Staud
Four Miniatures for Piano Trio (2007)
Tuğba Uçar
Breath (2018)
Malin Bång
Kaolin (2023)
Klaviertrios ab Saison 25/26
Ludwig van Beethoven
Klaviertrio op. 97 "Erzherzogtrio"
Robert Schumann
Klaviertrio Nr. 3 g-Moll, op. 110
Lera Auerbach
Klaviertrio Nr. 1
Birke Bertelsmeier
"vertrautes angezogensein" (Auftragskomposition)
Klavierquartette (Violine, Viola, Violoncello, Klavier)
Johannes Brahms
Klavierquartett g-Moll, Op. 25
Klavierquintette (Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Klavier)
Franz Schubert
Klavierquintett A-Dur “Forellenquintett”, D 667
Johann Nepumuk Hummel
Klavierquintett es-Moll, Op. 87
Ralph Vaughan-Williams
Klavierquintett c-Moll
Johannes X. Schachtner
Nachtrag zu Franz Schuberts "Forellenquintett"
Programm 1: unerreicht
unerreicht
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
***
Franz Schubert (1797-1828)
Klaviertrio Nr. 1 B-Dur, op. 99
1. Allegro moderato
2. Andante un poco mosso
3. Scherzo. Allegro – Trio
4. Rondo. Allegro vivace
Zwei der größten Komponisten auf dem Gipfelpunkt ihres Schaffens: Die beiden Klaviertrios – wohl kaum zufällig in derselben Tonart – bilden einen Meilenstein des Kammermusikrepertoires.
Beide Werke sprengen in Ausdruckskraft und emotionaler Tiefe die bisherigen Grenzen der Kammermusik, führen von den himmlischsten Höhen in die tiefsten seelischen Abgründe und reichen von orchestraler Klangfülle bis hin zum einsamsten Pianissimo.
Während Beethovens Erzherzog-Trio in seiner enormen Kraft und gesanglichen Weite gewiss einer der Höhepunkte der „Wiener Klassik“ ist, beschreitet Schubert hörbar andere Pfade und betritt fremde Tonarten und Regionen, die – wie so häufig bei Schubert – zauberhaft schön und schrecklich zugleich sind.
Programm 2: unerhört
unerhört
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV: 29
1. Poco Allegretto
2. Andantino et innocentemente
3. Finale. in the German Style. Presto
Charles Ives (1874-1954)
Piano Trio
1. Moderato
2. TSIAJ. Presto (This Scherzo Is A Joke)
3. Moderato con moto
***
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 2 C-Dur, op. 87
1. Allegro
2. Andante con moto
3. Scherzo. Presto – Trio. Poco meno presto
4. Finale: Allegro giocoso
Wenn sich Komponisten dem widersetzen, was von ihnen erwartet wird oder die Mode gerade vorschreibt, kann Musik entstehen, die einzigartig ist, kreativ und unberechenbar.
Haydns Drang, sich einen Spaß daraus zu machen, Erwartungen zu brechen und zu überraschen, ist einmalig. Nie kann man sich sicher sein, was als nächstes kommt, welcher neue freche Einfall einen aus der Bahn wirft.
Ähnlich ist Charles Ives ein Phänomen: Weil er sich nicht dem Musikmarkt seiner Zeit anpassen wollte und aus Angst, mit seinem unkonventionellen Stil kein Geld zu verdienen, leitete er hauptberuflich eine Versicherungsgesellschaft. Seine dadurch gewonnene finanzielle Unabhängigkeit erlaubte ihm so frei und unkonventionell zu komponieren, wie er wollte. Dabei entstand herrlich kuriose und verrückte Musik, die sich in keine Schublade einordnen lässt. Kreativität pur!
Brahms musste Zeit seines Lebens viel boshafte Kritik ertragen, seine Musik sei eine rückwärtsgewandte Beethoven-Kopie, einfallslos und akademisch – aus heutiger Sicht völlig unverständlich. Seine zukunftsweisenden Ideen von einer so dicht ineinandergreifenden, poetischen Musik verstanden wohl viele nicht. Ähnlich verhält es sich mit seinem C-Dur Trio, das bis heute meistens im Schatten seines ersten Klaviertrios op. 8 gesehen wird, ist es doch eigentlich kompositorisch und musikalisch das viel spannendere und reifere Werk.
Programm 3: unverzichtbar
unverzichtbar
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV: 29
1. Poco Allegretto
2. Andantino et innocentemente
3. Finale. in the German Style. Presto
Robert Schumann (1810-1856)
Klaviertrio Nr. 3 g-Moll, op. 110
1. Bewegt, doch nicht zu rasch
2. Ziemlich langsam
3. Rasch
4. Kräftig, mit Humor
***
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
Programm 4: ungeahnt
ungeahnt
Charles Ives (1874-1954)
Piano Trio
1. Moderato
2. TSIAJ. Presto (This Scherzo Is A Joke)
3. Moderato con moto
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Allegretto B-Dur, WoO 39
Birke Bertelsmeier (1981*)
„vertrautes angezogensein“ (Auftragskomposition, 2024)
***
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
Musik verschiedenster Epochen – sei sie aus der Wiener Klassik, der frühen Moderne oder der Gegenwart – kann oft mehr gemeinsam haben, als man zunächst glauben möchte. Mag die Tonsprache und der Klang auch verschieden sein, so kann die Musik dennoch vom Gleichen erzählen – nur in anderem Umfeld.
Wie ein Ausklang des jeweils vorherigen Stücks fließen die Werke in der ersten Hälfte ineinander und schaffen so eine fast magische, intime Atmosphäre. Die großen Unterschiede in Stil und Zeit treten so in den Hintergrund – stattdessen verbindet der gemeinsame Gestus, ein langes Ausatmen.
Ebenso in der zweiten Hälfte: Beethovens Erzherzog-Trio strahlt eine Ruhe, Größe und emotionale Reife aus, die bis heute ihresgleichen sucht. Dabei ist die Musik von solch gesanglicher Schönheit und Tiefe, dass sie unmittelbar in ihren Bann zieht.
Programm 5: ungebändigt
ungebändigt
Robert Schumann (1810-1856)
Klaviertrio Nr. 3 g-Moll, op. 110
1. Bewegt, doch nicht zu rasch
2. Ziemlich langsam
3. Rasch
4. Kräftig, mit Humor
Lera Auerbach (1973*)
Klaviertrio Nr. 1, op. 28
1. Prelude. Allegro moderato
2. Andante lamentoso
3. Presto – Adagio misterioso – Presto
***
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 2 C-Dur, op. 87
1. Allegro
2. Andante con moto
3. Scherzo. Presto – Trio. Poco meno presto
4. Finale: Allegro giocoso
Was im echten Leben riskant und gefährlich erscheint, entfaltet in der Kunst eine mitreißende Faszination: Waghalsige Abenteuer und rauschhafte Momente machen Musik erst wirklich lebendig, elektrisieren und ziehen uns in ihren Bann.
Robert Schumann, der sein g-Moll-Klaviertrio wie besessen in wenigen Tagen niederschrieb, scheint dabei von einem wahren Schwall an Fantasie erfasst worden zu sein. Die dabei entstandene Musik ist so leidenschaftlich und zerrissen, wie sie nur aus seiner Feder hätte stammen können.
Auch Lera Auerbachs erstes Klaviertrio ist voller Tatendrang und jugendlicher Energie – entstand es doch im jungen Alter von nur 20 Jahren. Während die ersten beiden Sätze – mit Spielanweisungen wie „ähnlich wie Möwengeschrei“ – farbenfroh, skurril und zuweilen geheimnisvoll scheinen, stürmt das Finale vogelwild bis zum Ende.
Weniger hitzig, jedoch umso reifer, wirkt Brahms' C-Dur Trio, wenngleich hier die klassischen Brahms-Klischees gebrochen werden: Die zu erwartende Schwermut und Melancholie treten besonders in den Randsätzen in den Hintergrund. Viel frischer und teils humorvoller ist der Ton, wodurch die so dramatisch düsteren Mittelsätze umso heftiger wirken.
Saison 26/27
Programm 1: vertrautes angezogensein
vertrautes angezogensein
Charles Ives (1874-1954)
Piano Trio
1. Moderato
2. TSIAJ. Presto (This Scherzo Is A Joke)
3. Moderato con moto
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Allegretto B-Dur, WoO 39
Birke Bertelsmeier (1981*)
„vertrautes angezogensein“ (Auftragskomposition, 2024)
***
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
Musik verschiedenster Epochen – sei sie aus der Wiener Klassik, der frühen Moderne oder der Gegenwart – kann oft mehr gemeinsam haben, als man zunächst glauben möchte. Mag die Tonsprache und der Klang auch verschieden sein, so kann die Musik dennoch vom Gleichen erzählen – nur in anderem Umfeld.
Wie ein Ausklang des jeweils vorherigen Stücks fließen die Werke in der ersten Hälfte ineinander und schaffen so eine fast magische, intime Atmosphäre. Die großen Unterschiede in Stil und Zeit treten so in den Hintergrund – stattdessen verbindet der gemeinsame Gestus, ein langes Ausatmen.
Ebenso in der zweiten Hälfte: Beethovens Erzherzog-Trio strahlt eine Ruhe, Größe und emotionale Reife aus, die bis heute ihresgleichen sucht. Dabei ist die Musik von solch gesanglicher Schönheit und Tiefe, dass sie unmittelbar in ihren Bann zieht.
Programm 2: Aufbruch
Aufbruch
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 1,3
1. Allegro con brio
2. Andante cantabile con variazioni
3. Menuetto. Quasi Allegro
4. Finale. Prestissimo
Lera Auerbach (1973*)
Klaviertrio Nr. 1
1. Prelude. Allegro moderato
2. Andante lamentoso
3. Presto – Adagio misterioso – Presto
***
Antonín Dvořák (1841-1904)
Klaviertrio Nr. 3 f-Moll, op. 65
1. Allegro ma non troppo
2. Allegretto grazioso
3. Poco Adagio
4. Finale. Allegro con brio
Kaum ein Komponist steht so sehr für den Aufbruch ins Neue wie Ludwig van Beethoven. Sein Klaviertrio op. 1,3, geschaffen als damals noch unbekannter junger Komponist, sprüht vor Tatendrang, ist radikal und revolutionär – ein wahres Statement.
In ähnlicher Weise zeigt Lera Auerbachs Klaviertrio Nr. 1 die kreative Energie der gerade einmal 20-jährigen Komponistin. Sie verwebt traditionelle Formen und Harmonien mit neuartigen Klangfarben und Spieltechniken zu einer unverwechselbaren, eigenen Klangsprache.
Nach der Pause erklingt Dvořáks monumentales Klaviertrio in f-Moll. Es markiert für ihn den Aufbruch zu einem ernsteren, komplexeren Stil, weg vom slawisch-folkloristischen Tonfall, hin zu einem ernsteren, komplexeren Stil. Entstanden ist eines der bedeutendsten Klaviertrios der Spätromantik – in seinen Dimensionen eher eine Sinfonie als ein Klaviertrio.
Programm 3: Haydn. Schumann. Beethoven
Haydn. Schumann. Beethoven
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV: 29
1. Poco Allegretto
2. Andantino et innocentemente
3. Finale. in the German Style. Presto
Robert Schumann (1810-1856)
Klaviertrio Nr. 3 g-Moll, op. 110
1. Bewegt, doch nicht zu rasch
2. Ziemlich langsam
3. Rasch
4. Kräftig, mit Humor
***
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
Haydn, Schumann und Beethoven gehören ohne Zweifel zu den größten Komponisten aller Zeiten – und das auch aus gutem Grund. Ihre hier gespielten Klaviertrios gehören jeweils zu den letzten und reifsten Werken, die sie für diese Gattung geschrieben haben.
Während Haydns Es-Dur-Trio aus den Händen des über 60-jährigen Komponisten nur so vor kindlicher Verspieltheit sprüht, umgibt Schumanns g-Moll-Trio einen ganz anderen Geist: 1851 in einem wahren Schaffensrausch in wenigen Tagen entstanden, ist es voller Zerrissenheit, Poesie und Fantasie – so konnte nur Schumann komponieren.
Den Abschluss bildet Beethovens letztes und zugleich größtes Klaviertrio – das berühmte „Erzherzog-Trio“. Es zählt bis heute zu den bedeutendsten Werken der gesamten Kammermusikliteratur. Wie so oft hebt Beethoven auch hier die Gattung Klaviertrio auf eine zuvor unerreichte Ebene – ein Maßstab, an dem sich alle nachfolgenden Generationen messen mussten.
Programm 4: Haydns Erbe
Haydns Erbe
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio F-Dur, Hob. XV: 6
1. Vivace
2. Tempo di Menuetto
Robert Schumann (1810-1856)
Klaviertrio Nr. 3 g-Moll, op. 110
1. Bewegt, doch nicht zu rasch
2. Ziemlich langsam
3. Rasch
4. Kräftig, mit Humor
***
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio Es-Dur, Hob. XV: 29
1. Poco Allegretto
2. Andantino et innocentemente
3. Finale. in the German Style. Presto
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 101
1. Allegro energico
2. Presto assai
3. Andante grazioso
4. Finale. Allegro molto
Joseph Haydn gilt nicht nur als Erfinder des Streichquartetts – auch die Gattung des Klaviertrios geht auf ihn zurück. Als „Vater der Kammermusik“ steht er am Anfang einer Tradition, die bis heute andauert.
Wie tief diese Tradition wirkt, zeigen Robert Schumann und Johannes Brahms, die sich beide bewusst auf die „alte Formen“ berufen – und sie doch ganz neu denken. Formal zwar eng verwandt, unterscheiden sich ihre Werke in Charakter und Ausdruck deutlich: Haydns spielerische Unbesorgtheit trifft auf Schumanns dichterische Fantasie und Brahms‘ späten Ernst und bittersüße Melancholie. Und doch verbindet die Stücke mehr, als man zunächst vermuten mag.
Programm 5: Time in Flux (CD-Programm)
Time in Flux
Charles Ives (1874-1954)
Piano Trio
1. Moderato
2. TSIAJ. Presto (This Scherzo Is A Joke)
3. Moderato con moto
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Allegretto B-Dur, WoO 39
Birke Bertelsmeier (1981*)
„vertrautes angezogensein“ (Auftragskomposition, 2024)
***
Urlsula Mamlok (1923-2016)
Panta Rhei (Time in Flux)
1. Agitato
2. Vivace, misterioso - In Waltz Time
3. Molto tranquillo
4. Allergro energico
5. distant - Misterioso, vivace
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 2 C-Dur, op. 87
1. Allegro
2. Andante con moto
3. Scherzo. Presto – Trio. Poco meno presto
4. Finale: Allegro giocoso
Time in Flux – was auf Deutsch so viel heißt wie „Zeit im Fluss“, ist zugleich der Untertitel von Ursula Mamloks „Panta Rhei“ und steht als Motto hinter dem gesamten Programm.
Alle Werkübergänge sind so gewählt, dass die Stücke nahtlos ineinanderfließen, als ob die Zeit tatsächlich im Fluss wäre, völlig losgelöst von stilistischen oder musikhistorischen Grenzen. Im Mittelpunkt steht hier also das Verbindende im scheinbar Fremden: eine musikalische Brücke über Konventionen, Jahrhunderte und Kontinente hinweg.
Dabei klingen große und bekannte Meisterwerke im Wechsel mit Neuentdeckungen sowie am Schluss der ersten Hälfte einer neuen Komposition von Birke Bertelsmeier, die ihr Stück eigens für dieses Programm schrieb. Es beinhaltet Motive und Ideen aller vorherigen Stücke und verbindet diese zu einem stillen Epilog.
Saison 27/28
Programm 1: vertrautes angezogensein
vertrautes angezogensein
Charles Ives (1874-1954)
Piano Trio
1. Moderato
2. TSIAJ. Presto (This Scherzo Is A Joke)
3. Moderato con moto
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Allegretto B-Dur, WoO 3
Birke Bertelsmeier (1981*)
„vertrautes angezogensein“ (Auftragskomposition, 2024)
***
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
Musik verschiedenster Epochen – sei sie aus der Wiener Klassik, der frühen Moderne oder der Gegenwart – kann oft mehr gemeinsam haben, als man zunächst glauben möchte. Mag dieTonsprache und der Klang auch verschieden sein, die Musik kann dennoch das gleiche erzählen – nur eben in anderem Umfeld.
Wie Ausklänge des jeweils vorherigen Stücks fließen die Werke in der ersten Hälfte ineinander und schaffen so eine intime, fast magische Atmosphäre. Die großen Unterschiede in Stil und Zeit treten so in den Hintergrund – stattdessen verbindet der gemeinsame Gestus, ein langes Ausatmen. Ebenso in der zweiten Hälfte: Beethovens Erzherzog-Trio strahlt eine Ruhe, Größe und emotionale Reife aus, die bis heute ihresgleichen sucht. Dabei ist die Musik von solcher gesanglicher Schönheit und Tiefe, dass sie unmittelbar in ihren Bann zieht.
Programm 2: Grenzenlos
Grenzenlos
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 1,3
1. Allegro con brio
2. Andante cantabile con variazioni
3. Menuetto. Quasi Allegro
4. Finale. Prestissimo
Frank Bridge (1879-1941)
Klaviertrio Nr. 1 c-Moll, H. 97 „Phantasie Trio“
1. Allegro moderato ma con fuoco
2. Andante con molta espressione
3. Allegro scherzoso
4. Andante
5. Allegro moderato
6. Con anima
***
Franz Schubert (1797-1828)
Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur, op. 100
1. Allegro
2. Andante con moto
3. Scherzo. Allegro moderato – Trio
4. Allegro moderato
Beethovens radikales c-Moll-Trio war für den damals 25-jährigen Komponisten die Eintrittskarte auf die große Bühne. In seinem Opus 1 zeigt er sich nicht als schüchterner Schüler, sondern vielmehr als ein starker junger Mensch, der mit vollem Selbstbewusstsein alle Grenzen sprengt und die Musikwelt im Alleingang revolutionieren wird.
Hiernach erklingt das selten gespielte Phantasie Trio von Frank Bridge, das vor Leidenschaft und Energie nur so sprüht. Auf der Schwelle zwischen Spätromantik und Moderne entwickelt Bridge eine eigenständige, farbenreiche Klangsprache, die stulistische Grenzen in den Hintergrund treten lassen und das Publikum in jedem Moment fesselt.
Nach der Pause steht mit Schuberts monumentalem Es-Dur-Trio das vielleicht vollendetste und größte Klaviertrio überhaupt auf dem Programm. „Wie eine zürnende Himmelserscheinung” – so bezeichnete Robert Schumann das Werk einmal ehrfurchtsvoll, und man kann es kaum besser in Worte fassen. In seinem letzten Lebensjahr komponiert – zeitgleich zur Winterreise – reißt es einen mal sanft, mal gewaltsam in die tiefsten Abgründe und die höchsten Höhen mit, und verschiebt dabei
alle Grenzen und Dimensionen der Kammermusik.
Programm 3: In unbekannte Regionen
In unbekannte Regionen
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio F-Dur, Hob. XV: 6
1. Vivace
2. Tempo di Menuetto
Charles Ives (1874-1954)
Piano Trio
1. Moderato
2. TSIAJ. Presto (This Scherzo Is A Joke)
3. Moderato con moto
***
Franz Schubert (1797-1828)
Klaviertrio Nr. 2 Es-Dur, op. 100
1. Allegro
2. Andante con moto
3. Scherzo. Allegro moderato – Trio
4. Allegro moderato
Alle Werke dieses Programms betreten Neuland, schlagen neue Wege ein und stoßen in unbekannte Regionen vor.
Joseph Haydn gilt nicht nur als Vater des Streichquartetts, sondern ebenso des Klaviertrios – ja, der Kammermusik überhaupt. Und diese neuen, frischen Gattungen nutzt er liebend gern als Experimentierfeld: Sein F-Dur-Trio Hob. XV: 6 etwa besteht aus nur zwei Sätzen und sprüht vor Spielfreude und Witz – hier scheint alles erlaubt zu sein, so frech, spritzig und originell ist die Musik.
Ganz ähnlich bei Charles Ives – und doch ganz anders: Dieses Klaviertrio klingt derart skurril, eigenartig, humorvoll, überdreht und im besten Sinne chaotisch, dass es kein Stück gibt, dass auch nur annähernd ähnlich klingt. Ives entwickelt eine so eigene Klangsprache, dass man vor Neugier kaum weghören kann.
Schuberts großes Es-Dur Trio hingegen betritt gänzlich andere Pfade. Mit diesem Werk sprengt er alles, was es in Ausdruckskraft, Länge und Intensität bisher im Klaviertrio gab – und wahrscheinlich bis heute gibt. Von den tiefsten Schrecken bis zu den süßesten Träumen – die Musik lockt einen in Regionen, die auf diese Weise nur Schubert kennt.
Programm 4: Neue Bahnen
Neue Bahnen
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 1,3
1. Allegro con brio
2. Andante cantabile con variazioni
3. Menuetto. Quasi Allegro
4. Finale. Prestissimo
Frank Bridge (1879-1941)
Klaviertrio Nr. 1 c-Moll, H. 97 „Phantasie Trio“
1. Allegro moderato ma con fuoco
2. Andante con molta espressione
3. Allegro scherzoso
4. Andante
5. Allegro moderato
6. Con anima
***
Helena Winkelman (1974)
Auftragswerk (2026, Titel steht noch nicht fest) -
geschrieben für das Amelio Trio, in Auftrag gegeben von:
Kölner Philharmonie, Barbican Centre London, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie du Luxembourg und der European Concert Hall Organisation (ECHO)
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 101
1. Allegro energico
2. Presto assai
3. Andante grazioso
4. Finale. Allegro molto
„Neue Bahnen“ – So lautete der Titel des Zeitungsartikels von Robert Schumann, in dem er den damals 20-jährigen Brahms der Weltöffentlichkeit als die große neue Hoffnung der Musik vorstellte.
Ähnliches ließe sich gewiss auch über das Opus 1 von Beethoven schreiben. Hier tritt ein Künstler auf die Bühne mit einer Qualität und einem radikalen Stil, der die Musikwelt für immer verändern sollte.
Frank Bridge hat vielleicht im Vergleich nicht einen so großen Einfluss auf nachfolgende Generationen gehabt wie Beethoven, und dennoch betritt auch er „neue Bahnen“. Auf der Schwelle zur Moderne findet er zu einer einzigartigen Mischung aus herkömmlicher Harmonik und neuen Klangwelten, die gleichermaßen zupackend wie geheimnisvoll sind.
Wie könnten noch „neuere Bahnen“ eingeschlagen werden als durch das Komponieren eines ganz neuen Stücks? Helena Winkelmans Werk eröffnet die Zweite Hälfte und holt das Konzert in die Jetztzeit.
Letzten Endes schien sich Schumanns Prophezeiung über all die Jahre bewahrheitet zu haben. Am Ende des Konzerts erklingt Brahms letztes Klaviertrio – sein mit gut 20 Minuten Länge kürzestes Trio.
Dieses Stück ist so dicht in sich verwoben, so kompakt und intensiv geschrieben, dass es eine einmalig brodelnde Spannung aufbaut und das Konzert beschließt.
Programm 5: Ungebändigt
Ungebändigt
Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio F-Dur, Hob. XV: 6
1. Vivace
2. Tempo di Menuetto
Robert Schumann (1810-1856)
Klaviertrio Nr. 3 g-Moll, op. 110
1. Bewegt, doch nicht zu rasch
2. Ziemlich langsam
3. Rasch
4. Kräftig, mit Humor
***
Bohuslav Martinů (1890-1959)
Klaviertrio Nr. 1 „5 Pièces brèves“, H. 193
1. Allegro moderato
2. Adagio
3. Allegro
4. Allegro moderato
5. Allegro con brio
Johannes Brahms (1833-1897)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 101
1. Allegro energico
2. Presto assai
3. Andante grazioso
4. Finale. Allegro molto
Ungebändigte Energie kann in der Musik die verschiedensten Formen annehmen, sei es in der humorvollen und rasanten Virtuosität bei Haydn, den überschwemmenden Gefühlsausbrüchen beiSchumann, den rhythmischen und harmonischen Tricks und Spielerein bei Martinu oder dem großen, schicksalshaften Drama bei Brahms.
Dieses Programm ist von Anfang bis Ende voll von Kraft und Intensität und gleichzeitig so abwechslungsreich, dass einen die Musik ständig in andere Welt mitfortreißt.
Programm 6: Beethoven X Schachtner
Beethoven X Schachtner
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 3 c-Moll, op. 1,3
1. Allegro con brio
2. Andante cantabile con variazioni
3. Menuetto. Quasi Allegro
4. Finale. Prestissimo
Johannes X. Schachtner (1985*)
„In tiefer Ehrfurcht“ (2026 – Auftragswerk des Amelio Trios
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Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio Nr. 7 B-Dur, op. 97 “Erzherzog-Trio”
1. Allegro moderato
2. Scherzo. Allegro
3. Andante cantabile, ma però con moto
4. Finale: Allegro moderato - Presto
Das Neue im Alten wiederentdecken – das ist die Grundidee hinter „Beethoven X Schachtner“.
Wir alle haben beim Namen Beethoven schon eine Erwartungshaltung, bevor wir die Musik hören – davor kann man sich kaum schützen. Zu seinen Lebzeiten allerdings war das zwangsläufig noch gänzlich anders: Die Musik war so neu, so avantgardistisch und revolutionär, dass wir diese Wirkung heute nur schwer erreichen können.
Also stellten wir uns gemeinsam mit Johannes X. Schachtner die Frage: Wie würde heutige Musik klingen, die diese Ideen miteinander vereint?
Mit seinem neuen Werk in Kombinaon mit Beethovens jugendlich dynamischen c-Moll-Trio und dem späteren und reifen Erzherzogtrio gelingt es, die „alten“ Meisterwerke, die nach wie vor den Geist des Noch-nie-Dagewesenen in sich tragen, in eben diesem Licht zu hören. Ebenso werden Schachtners zeitaktuelle Kläng in einen neuen Bezug gesetzt.
Dieses Programm erscheint im Herbst 2026 bei hänssler Classic in Kooperaon mit SWR Kultur auf CD.
Förderhinweis
Konzerte mit Orchester
Ludwig van Beethoven: Tripelkonzert op. 56 in C-Dur ab Saison 25/26, Konzerte anderer Komponisten gerne auf Anfrage
Honorarzuschuss
für Solokonzerte mit professionellen deutschen Orchestern: bis 750 € pro Triomitglied
Antragsformular: Antragstellung spätestens 6-8 Wochen vor dem ersten Konzerttermin
für Solokonzerte mit sonstigen Orchestern: bis 500 € pro Triomitglied
Antragsformular: Antragstellung spätestens 3 Monate vor dem Konzert
Kammerkonzerte
Honorarzuschuss: maximal 750 € für das Trio möglich
Antragsformular (Antragstellung spätestens 3 Monate vor dem Konzert)

