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Julian Emanuel Becker, Orgel

© Philippe Stier

Preisträger DMW 2025

Julian Emanuel Becker (*2005 in Hannover) ist erster Preisträger des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig, des Internationalen Orgelwettbewerbs Wiesbaden, des Internationalen Orgelimprovisationswettbewerbs des Bachbiennale Weimar, des Grotrian-Steinweg Klavierwettbewerbs sowie jüngster Preisträger des Internationalen Orgelwettbewerbs St Albans 2023.

Gefördert wird er als Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben und der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Er studiert an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig bei Martin Schmeding (Orgel), Thomas Lennartz (Orgelimprovisation) und Jacques Ammon (Klavier).

Konzertauftritte führten ihn in die Laeiszhalle Hamburg, die Essener Philharmonie und zum Schleswig-Holstein Musikfestival u.a. Als Komponist schrieb er Auftragswerke für renommierte Solisten und Ensembles wie das Blechbläserensemble Salaputia Brass.

Repertoire / Programmvorschläge

Die Programme sind je nach Orgel variabel und können individuell angepasst werden.

I. Für historisch gestimmte Barockorgel - „Wege zu Bach“

„Anfang und Ende aller Musik“ - dieser Ausdruck wird oft mit Bach in Verbindung gebracht. Doch was bedeutet er genau? Dieses Programm versucht den Ursprüngen und verschiedenen Einflüssen seines Kompositionsstil und seiner Orgelkunst auf den Grund zu gehen. Die norddeutsche, die italienische und die französische Tradition - all das schätzte und kannte der Komponist außerordentlich und fusionierte sie auf unglaubliche Weise in seinem Werk.

Mit „Gebrochene Flügel“ nähert sich Tilo Medek außerdem dem Klangbild einer vollmechanischen Barockorgel auf von einer ganz anderen Seite. So oder so ähnlich hätte vielleicht eine Playlist des jungen Johann Sebastian Bach ausgesehen:

Johann Ulrich Steigleder
Dass Vatter Vnser, Var. 40: Auff Toccata Manier

Girolamo Frescobaldi
Aus: Fiori Musicali
Toccata chromatica per l’Elevazione

Jan Pieterszoon Sweelinck
Onder een Linde groen, SwWV 325

Nicolaus Bruhns
Praeludium in e-Moll („das Große“)

Dieterich Buxtehude
Toccata in d-Moll, BuxWV 155

ODER

Nicolaus Bruhns
Praeludium in e-Moll („das Große“)

Tilo Medek
Gebrochene Flügel

Johann Sebastian Bach
Präludium und Fuge in a-Moll, BWV 551

Nicolas de Grigny
Aus: Messe pour l'orgue
- Tierce en Taille
- Basse de Trompette

Johann Sebastian Bach
Fantasie und Fuge in g-Moll, BWV 542

II. Für spätbarocke Orgel - „Soli Deo Gloria“

Mit den Worten „Soli Deo Gloria“ („Gott allein die Ehre“) unterschrieb Johann Sebastian Bach viele seiner Werke. Gerade in seinem Spätwerk, in dem er zahlreiche große Choralbearbeitungen noch einmal überarbeitete, wird deutlich, wie sehr Bach sein Schaffen als theologischen Auftrag verstand. Die Tonart c-Moll nimmt in seinem Werk eine besondere Stellung ein: von düsterer Gravität, aber auch großem Affekt erfüllt. Kein Wunder also, dass von der Fantasie und Fuge c-Moll sowie die Passacaglia berühmte Bearbeitungen für Symphonieorchester existieren. Gleichzeitig zeigt sich Bach als Meister der Transkription: Mit den „Schübler-Chorälen“ übertrug er theologisch zusammenhängende Kantatensätze auf die Orgel, ebenso bearbeitete er zahlreiche Concerti von Antonio Vivaldi. Ein Querschnitt durch das Leben des Meisters.

Johann Sebastian Bach
Fantasie und Fuge in c-Moll, BWV 537

Sechs Choräle von verschiedener Art („Schübler-Choräle“), BWV 645-650

  1. Wachet auf ruft uns die Stimme
  2. Wo soll ich fliehen hin
  3. Wer nur den lieben Gott lässt walten
  4. Meine Seele erhebt den Herren (Magnificat)
  5. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ
  6. Komm du nun, Jesu, vom Himmel herunter

Konzert für vier Cembali in a-Moll nach Antonio Vivaldi, BWV 1065
(Transkr.: Martin Schmeding)

Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 659
Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 660
Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 661

Passacaglia und Fuge in c-Moll, BWV 582

III. Für universelle Orgeln - „Himmel und Hölle“

Auf den ersten Blick mögen Johann Sebastian Bach und Olivier Messiaen weit voneinander entfernt erscheinen. Doch beide Komponisten verbindet eine tief religiöse Symbolik, die sich in ihren Orgelwerken eindrucksvoll niederschlägt. Messiaen entwirft beispielsweise in „L’Ascension“ ein Klangbild der Himmelfahrt Christi, während Bach zwischen Zeilen immer wieder liegende Kreuze oder Passagen aus Chorälen einbaut.
Daneben lässt sich das Thema Himmel und Hölle auch ganz bildlich komponieren, wie Nishimuras „Vision in Flames“ oder Medeks Vertonung eines sich die Flügel brechenden, zu Boden stürzenden Engels.
Julius Reubke sprengt mit seiner monumentalen Sonate über den 94. Psalm deren Gattungskonventionen – ein Werk von sinfonischen Dimensionen, durchdrungen vom innerem Kampf eines kurz darauf Frühvollendeten.

Johann Sebastian Bach
Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur, BWV 564

Olivier Messiaen
Aus: L’Ascension: Quatre Méditations Symphoniques
III. Transports de joie d'une âme devant la gloire du Christ qui est la sienne
IV. Prière du Christ montant vers son Père

Akira Nishimura
Prelude „Vision in Flames"

ODER

Tilo Medek
Gebrochene Flügel

Julius Reubke
Orgelsonate in c-Moll „Der 94. Psalm“

IV. Für universelle Orgeln - „Bach-Transformation

„Auf ihm ruht und fußt jeder wahre Fortschritt“ - dieser Satz Max Regers über Bach lässt nur erahnen, wie sehr er und sein Stil durch das Werk Johann Sebastian Bachs geprägt wurden. So existieren neben der Fantasie und Fuge über B-A-C-H beispielsweise auch die berühmten Bach-Variationen für Klavier über ein Kantatenthema und die Suite „Den Manen J.S. Bachs“.

Dabei beeinflussten Werke wie die Passacaglia und Fuge c-Moll oder die Matthäuspassion schon deutlich vor Reger die großen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Der Schlusschor des ersten Teils der Matthäuspassion „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ wurde neben einigen anderen Sätzen von einem Vertrauten Franz Liszts, Robert Schaab, für Orgel übertragen und lässt sich mit der deutlich früher in Weimar entstandenen Choralbearbeitung aus dem Orgelbüchlein eindrucksvoll gegenüberstellen. So zeigt dieses Programm auch Unterschiede zwischen historischer Bachscher Aufführungspraxis und der des 19. Jahrhunderts.

Johann Sebastian Bach
Passacaglia und Fuge in c-Moll, BWV 582
O Mensch, bewein dein Sünde groß, BWV 622
Concerto in d-Moll nach Antonio Vivaldi, BWV 596
Aus der Matthäuspassion, BWV 244: O Mensch, bewein dein Sünde groß
(Transkr.: Robert Schaab)

Max Reger
Fantasie und Fuge über B-A-C-H, op. 46

V. Für sinfonische Orgel - „Seele und Landschaft“

Die raue schottische See inspirierte Mendelssohn zu seiner Ouvertüre „Die Hebriden“. Seiner Ansicht  nach hatte erst die dritte Version den richtigen Geschmack nach „Tran und Möwen“. Doch auch innere „Landschaften“ bewegten die Komponisten sehr - zum Beispiel denkt Franz Liszt in seiner Paraphrase über Bachs Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ dessen Thema ganz neu, in einem noch düsteren Charakter. Auch Schumanns Werk bewegt sich ständig zwischen seinen „Seelen“, wie er diese selbst bezeichnet. In seinen „Studien für den Pedalflügel“ verbindet er dies mit anspruchsvollstem Kanon und Kontrapunkt.

Überhaupt kommen Ende des 19. Jahrhunderts die orchestralen Möglichkeiten der symphonischen Orgel voll zur Geltung, wie auch in César Francks Chorälen. Dieser soll zu seiner Cavaillé-Coll Orgel in St. Clothilde, Paris einmal gesagt haben „Meine Orgel - es ist ein Orchester!“.

Felix Mendelssohn Bartholdy
Aus: „Die Hebriden“, op. 26
Ouvertüre
Transkr.: Martin Schmeding

Johann Sebastian Bach
An den Wasserflüssen Babylon, BWV 653
Aus: Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen (Kantate), BWV 12
I. Sinfonia
(Transkr.: Julian Emanuel Becker)

Franz Liszt
Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, S. 179

Robert Schumann
Aus: Studien für den Pedalflügel, op. 56
IV. Innig
V. Nicht zu schnell

César Franck
Choral Nr. III in a-Moll

Orgelkonzerte

Samuel Barber
Toccata Festiva

Francis Poulenc
Konzert für Orgel, Streicher und Pauken in g-Moll

Thierry Escaich
Orgelkonzert Nr. 3 „Quatre Visages du temps“

Petr Eben
Orgelkonzert Nr. 2

Georg Friedrich Händel
Orgelkonzert in F-Dur, op. 4 Nr. 4
Orgelkonzert in F-Dur „Der Kuckuck und die Nachtigall“, HWV 295

Joseph Haydn
Orgelkonzert in C-Dur, Hob XVIII:1
Orgelkonzert in C-Dur, Hob XVIII:10

Joseph Rheinberger
Orgelkonzert Nr. 2 in g-Moll, op. 177

Kenneth Leighton
Orgelkonzert, op. 58

Alexandre Guilmant
Symphonie Nr. 1 für Orgel und Orchester in d-Moll, op. 42

Joseph Jongen
Symphonie Concertante, op. 81

Charles-Marie Widor
Orgelsymphonie Nr. 6, op. 42 Nr. 2, Version für Orgel und Orchester

Förderhinweis

Konzerte mit Orchester

Honorarzuschuss

für Solokonzerte mit professionellen deutschen Orchestern: bis 750 €    Antragsformular

für Solokonzerte mit sonstigen Orchestern: bis 500 €    Antragsformular

Kammerkonzerte

Honorarzuschuss bis 500 Euro möglich für Julian Emanuel Becker

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